10. April 2017

Europa feiert Ostern

Osterbräuche in Europa – von Eiersuche bis Wasserschlacht

Ostern, ein Fest voller Traditionen, steht vor der Tür. Obwohl das Osterfest eher heidnischen Ursprungs ist, übernahm das Christentum diese Tradition in Form der Auferstehung Jesus Christus. Die sogenannte Karwoche wird mit dem Palmsonntag eingeleitet und am Ostersonntag beendet. Wie feiert Europa das Osterfest? Wir haben uns die verschiedenen europäischen Osterbräuche einmal genauer angeschaut!

Osterbräuche in Europa – von Eiersuche bis Wasserschlacht

Es wird allgemein angenommen, dass der Ursprung der Osterbräuche im heidnischen Frühlingsfest liegt, das zu Ehren der germanischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostara (oder Eostrae) gefeiert wurde. So begrüßte man das zunehmende Licht, das Erwachen der Natur und den Neubeginn. Das Osterwochenende wird immer am ersten Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert. Heute handelt es sich um einen der höchsten christlichen Feiertage, an dem Christen weltweit der Kreuzigung und Auferstehung Jesu gedenken. Wir stellen euch traditionelle Osterbräuche aus verschiedenen Ländern Europas vor.

 

Osterbräuche in Deutschland

Osterbräuche in Deutschland

In Deutschland gibt es jede Menge Osterbräuche, die von der traditionellen Eiersuche bis hin zum alt bekannten Osterfeuer reichen. Mit diesem germanischen Brauch, der vor allem in Niedersachsen, im nördlichen Rheinland, in Hamburg und Schleswig-Holstein verbreitet ist, wird das Ende des Winters gefeiert. Über die Flammen zu springen, bringt angeblich Glück für das nächste Jahr. Besonders schön ist das Osterfeuer am Hamburger Elbstrand. In Lüdge in Nordrhein-Westfalen werden hingegen riesige Holzräder mit Stroh gefüllt. Bei Sonnenuntergang zündet man dann das Heu an und rollt die brennenden Räder ins Tal hinab.

Sich zu Ostern gekochte und bunt bemalte Eier zu schenken, hatte früher praktische Gründe. Nach christlicher Tradition durften während der Fastenzeit keine Eier gegessen werden. Durch das Kochen wurden die Eier haltbar gemacht, durch das Färben konnte man sie von den rohen Eiern unterscheiden. Am Ostersonntag, dem Ende der Fastenzeit, gab es dann Eier in Hülle und Fülle. Den Kindern erzählte man, dass die Eier von verschiedenen Tieren gebracht und versteckt wurden. So war es in Oberbayern früher der Hahn, der die Ostereier brachte, in Thüringen der Storch, in Westfalen der Fuchs und im Raum Fulda der Palmesel. Der Osterhase stammt vermutlich vom Oberrhein bzw. aus dem Elsass und wurde 1678 erstmals in einem Dokument erwähnt. Die Eiersuche am Ostersonntag ist eine willkommene Gelegenheit für einen schönen Osterspaziergang. Mit der industriellen Fertigung von Schokoladenfiguren hat der Hase als bekanntester Osterbrauch nicht nur Europa sondern mittlerweile die halbe Welt erobert.

Eine weitere schön anzusehende Tradition stammt aus Franken und der Oberpfalz. Hier werden jedes Jahr zu Ostern die Dorfbrunnen mit Tannenzweigen und Girlanden geschmückt, an die bunt gefärbte und bemalte Eier gehängt werden. Der größte Osterbrunnen befindet sich im kleinen Ort Bieberbach nördlich von Nürnberg.

Auch ein Ausflug in die Oberlausitz zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda lohnt sich allemal. Am Ostersonntag ziehen die sorbischen Osterreiter von Dorf zu Dorf. In diesen Prozessionen tragen bis zu 400 Männer in prachtvollen Kostümen ein Kreuz, Kirchenfahnen und sogar eine Jesus-Statue.

Wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus? Kein anderes Fest kennt so viele einzigartige Bräuche wie Ostern – doch Eiersuche und Osterfeuer gibt es nicht in jedem Land. Allen Osterbräuchen ist aber eines gemeinsam: Sie sollen die Freude über die Auferstehung Jesu zum Ausdruck bringen.

 

Ostern in Österreich

Osterbräuche in Österreich

Für österreichische Kinder ist der Palmsonntag besonders wichtig. Sie bitten für gutes Wachstum, indem sie mit Bändern, Brezeln und Äpfeln geschmückte Palmstangen zur Kirche tragen. Die Jungen ziehen als Ratschenbuam lärmend mit ihren Ratschen durch die Straßen, um die Kirchenglocken zu ersetzen. Auch das Eierpecken ist bei Kindern sehr beliebt: Jeder Teilnehmer erhält ein Ei und stößt es mit dem eines anderen Teilnehmers zusammen. Derjenige, dessen Ei bis zum Schluss ganz bleibt, hat gewonnen.

Am Ostersonntag bzw. Karsamstag findet die sogenannte Fleischweihe statt, wobei Körbe voller traditioneller Osterspeisen (Schinken, Würste, Kren, Eier) in die Kirche zur Segnung gebracht werden. Die Weihung und der anschließende Verzehr beenden die Fastenzeit. Mit den geweihten Speisen soll man angeblich ein Stück „Seligkeit“ zu sich nehmen.

 

Ostern, Pâques, Pasqua oder Pasca in der Schweiz

Ostern in der Schweiz

Die Schweizer Traditionen sind vielfältiger als die meisten Osterbräuche weltweit, denn so unterschiedlich wie die Kantone der Schweiz sind auch ihre Bräuche. Wir haben einige wenige zusammengetragen. In der Fränkischen Schweiz gehört zum Beispiel das „Brunnenputzen" zur Ostertradition. Dorfbrunnen werden mit Girlanden aus bunten Ostereiern, Blumen, Zweigen und Bändern geschmückt. Im Wallis werden in den Dörfern Brot, Käse und Wein verteilt. Am Ostermontag werden dann die Strahlen der aufgehenden Sonne in einem Wasserbassin aufgefangen. In Bern kommen Jung und Alt am Ostersonntag auf dem Kornhausplatz zum Eiertütscha zusammen. Dabei werden Ostereier aneinandergeschlagen – das stabilste Ei gewinnt! In Zürich halten Kinder ein Osterei fest, während ein Erwachsener versucht, eine Münze so darauf zu werfen, dass sie stecken bleibt. Prallt sie ab, gehören Ei und Münze dem Kind. Die Bewohner Rumendingens spielen ein Wurfspiel mit Stöckern, vor Ort sagt man dazu: „Es wird geknüttelt“.

Ostern in anderen Sprachen
Land Bezeichnung
Deutschland Ostern
Österreich Ostern
Schweiz Ostern, Pâques, Pasqua oder Pasca
Großbritannien Easter
Irland Easter oder Cásca
Frankreich Pâques
Italien Pasqua
Spanien Pascua
Griechenland Πάσχα
Polen Święta Wielkanoc
Tschechien Velikonoce
Slowakei Veľká noc
Schweden Påsk

 

Easter in Großbritannien

Osterbräuche in Großbritannien

Die Briten sind für ihre skurrilen Bräuche bekannt. Wieso sollte es zu Ostern also anders sein? Ostereier haben es in Großbritannien wirklich nicht leicht. Beim Egg-Shackling schreibt jedes Kind seinen Namen auf ein rohes Ei und legt es zu den anderen in ein Sieb. Dies wird so lange geschüttelt, bis nur noch ein heiles Ei übrig bleibt. An einigen Orten lässt man bunte Ostereier auch abschüssige Straßen hinunterrollen, bis die Schale kaputtgeht. In Wales steigt man am Ostersonntag bei Sonnenaufgang auf einen Hügel und schlägt, wenn man oben angekommen ist, drei Purzelbäume. Die Schotten veranstalten Osterfeuer in den Highlands. Eine Tradition, die aus der keltischen Zeit stammt, als man Frühlingsfeste feierte. Die Engländer tätscheln sich gegenseitig mit Weidenkätzchenzweigen, was Glück für das nächste Jahr bringen soll. Einen besonderen Brauch stellt auch das Pfannkuchen-Rennen am Gründonnerstag dar, das seit 500 Jahren in Olney stattfindet. Selbst die Queen spielt eine herausragende Rolle: Am Maundy Thursday verteilt sie jeweils 90 Pence in weißen Portemonnaies an 90 arme Rentner.

 

Easter oder Cásca in Irland

Osterbräuche in Irland

An manchen Orten Irlands findet am Ostersonntag ein sehr skurriler Osterbrauch statt: die Heringsbegräbnisse. Um das Ende der Fastenzeit zu feiern, werden Heringe zu Grabe getragen. Außerdem werden in Irland am Ostermorgen Tanzwettbewerbe unter Nachbarn ausgetragen, bei denen der Sieger einen Kuchen bekommt. Meistens handelt es sich hierbei um einen Fruchtkuchen mit einer ganz besonderen Dekoration: Elf Marzipanbällchen werden am Rand und ein großer Marzipanball in der Mitte des Kuchens verteilt. Der große Ball symbolisiert Jesus und die elf kleineren stehen für seine Jünger. Ja, ihr habt richtig gelesen! Für Iren hat Judas keinen Platz auf ihrem Kuchen verdient.

 

Pâques in Frankreich

Osterbräuche in Frankreich

In Frankreich geht es zu Ostern ziemlich leise zu. Zwischen Gründonnerstag und Karsamstag läuten keine Glocken, als Zeichen der Trauer um den Tod Christi. Den Kindern wird erklärt, dass die Glocken beim Papst in Rom zu Besuch sind. Am Ostersonntag kehren sie dann nach Frankreich zurück und verstecken Eier und Süßigkeiten für die Kinder. Dazu gehören kunstvolle, handgemachte Osterglocken aus Schokolade. Die Ostereier werden hoch in die Luft geworfen. Das erste Ei, das den Boden berührt, verliert.

 

Pasqua in Italien

Ostern in Italien

Die Italiener feiern das Osterfest mit Ernsthaftigkeit. Um an den Leidensweg Jesu zu erinnern, finden vor allem am Karfreitag Prozessionen durch die Städte statt. Am Ostersonntag versammeln sich dann bis zu 400.000 Menschen auf dem Petersplatz in Rom, um den päpstlichen Segen „Urbi et Orbi" zu empfangen. Viele Italiener machen an diesem Tag aber auch einen traditionellen Familienausflug, bei dem die Torta di Pasquetta verzehrt wird. Die Kinder bekommen große Schokoladeneier, die mit Überraschungen gefüllt sind.

 

Pascua in Spanien

Spanische Osterbräuche

In Spanien ist Ostern vor allem ein religiöses Fest. Im ganzen Land finden Prozessionen statt, bei denen schwere Madonnen- und Christusfiguren von religiösen Bruderschaften, den Nazarenos in mystischer Kapuzentracht andächtig durch die Straßen getragen werden. Einige Büßer oder Penitentes tragen Eisenketten. Bemerkenswert sind vor allem die Prozessionen in Sevilla. In Palma de Mallorca wird am Ostersonntag sogar die Passionsgeschichte nachgespielt, anderswo verbrennt man Strohpuppen. Einen gruseligen Brauch kann man in Katalonien finden. Dort tanzen Männer als Skelette verkleidet auf dem Dorfplatz und ziehen hinterher als Prozession durch die Gassen.

 

Πάσχα in Griechenland

Ostern in Griechenland

Das griechisch-orthodoxe Osterfest findet meist eine Woche nach unserem statt. Für die Griechen ist Ostern das wichtigste Fest des Jahres und wird so ausgiebig gefeiert wie in wohl keinem anderen Land. Dementsprechend gibt es unzählige Osterbräuche. So werden beispielsweise am Gründonnerstag Eier gekocht und als Zeichen für das Leben, das der auferstandene Christus geschenkt hat, mit roter Farbe bemalt. Am Osterwochenende selbst schlägt man dann mit seinem Ei gegen das Ei eines Freundes oder Verwandten. Der Besitzer des Eis, das heil bleibt, hat gewonnen. Beim „Eier-Schlagen“ ist jedoch Vorsicht geboten: Einige Spaßvögel verwenden dabei gerne gefärbte Holz-Eier. Das Osterfest wird von einem großen Feuerwerk zu Ehren der Auferstehung Christi feierlich abgerundet. Nur die Bewohner der Insel Chios können die Feierstimmung nicht so recht genießen, denn hier bewerfen sich zwei verfeindete Dörfer mit Feuerwerkskörpern.

 

Święta Wielkanoc in Polen

Osterbräuche in Polen

Feuchtfröhlich geht es zu Ostern in Polen her. Auf die jährliche Wasserschlacht am „nassen Montag“ freuen sich nicht nur Kinder, auch Erwachsene machen mit. Der jahrhundertealte Osterbrauch Śmigus-dyngus soll an die Taufe des polnischen Herrschers Mieszko I. im Jahre 966 erinnern. Im Mittelalter drangen Männer frühmorgens in die Häuser der schönsten Frauen ein und begossen die Auserwählte mit Wasser. Heute wird die Wasserschlacht mit Eimern, Wasserpistolen und Wasserbomben auf den Straßen ausgefochten.

 

Velikonoce in Tschechien

Osterbräuche in Tschechien

Ein besonders skurriler Osterbrauch in Europa ist der sogenannte „Peitschen-Montag“, an dem Weidenruten zum Einsatz kommen. Die Männer klingeln bei jungen Frauen und schlagen ihnen mit einer Osterrute aus geflochtenen und geschmückten Weidenzweigen (Pomlázka) leicht auf die Beine – das soll Jugend und Gesundheit bringen. Im Gegenzug erhalten die Herren von den Damen ein bunt bemaltes Osterei. Es gibt sogar nationale Wettbewerbe für das schönste Osterei!

 

Veľká noc in der Slowakei

Ostern in der Slowakei

In der Slowakei „erleiden” die Frauen eine Kombination aus zwei Traditionen, die wir in den Nachbarländern kennengelernt haben. So beginnt der Ostersonntag für die Frauen dort mit einer eiskalten Dusche und Rutenschlägen. Die slowakischen Männer bespritzen ihre Frauen traditionell mit kaltem Wasser, um Krankheiten aus dem Körper zu vertreiben. Obendrein gibt es dann sanfte Schläge mit einer Weidenrute, was böse Geister verjagen soll.

 

Påsk in Schweden

Ostern in Schweden

Das Osterfest wird vor allem im Westen Schwedens mit Feuerwerkskörpern und Lärm begrüßt, was die bösen Osterhexen verjagen soll.

Eine andere Tradition für schwedische Frauen ist es, nachts heimlich an eine Quelle zu gehen, um das Osterwasser zu holen und damit ihren schlafenden Liebling zu besprengen.  Der Witz dabei ist, dies zu schaffen, ohne dass er es merkt. Dem Zukunftsglück steht dann nichts mehr im Wege!

Generell wird Ostern in Schweden sonst eher ruhig und besinnlich gefeiert. Die Familie kommt in Ferienhäusern am Meer oder auf dem Land zusammen und verzehrt ein großes gemeinsames Essen: Das Smorgasbord besteht aus eingelegtem Hering, Räucherlachs, Janssons Versuchung (eine Mischung aus Kartoffeln, Zwiebeln und in Sahne eingelegten Anchovis) und Eiern. Getrunken wird zu Ostern gerne Poskmust, ein Limonadengetränk. Süßigkeiten, viele aus Marzipan, gibt es traditionell in einem großen Ei aus bemalter Pappe.

Wenn euch diese vielfältigen europäischen Osterbräuche nun inspiriert haben, dürft ihr auf gar keinen Fall unsere Oster-Aktionen auf unserer Hauptseite verpassen! Da warten jede Menge Überraschungen auf euch! In dem Sinne wünscht euch das gesamte Lottoland-Team wunderschöne und frohe Ostertage!

Elena

Nicht nur Lottozahlen interessieren mich, sondern auch die Menschen dahinter. Mein Ziel ist es, euch nicht nur Fakten und News rund um die Lottowelt näher zu bringen, sondern auch Geschichten über unsere Gewinner. Hoffentlich findet ihr hier ein paar hilfreiche Tipps, damit es bald mit einem Großgewinn klappt!