25. Februar 2014

Streitfall 600.000 US$

Ehemann betrügt Frau um den Lottogewinn

Die Geschichte klingt wie ein Paradebeispiel für all das, was Geld aus Menschen machen kann. In der amerikanischen Stadt Miami, im Bundesstaat Florida, gewinnt ein Mann in der Lotterie und kann sich über 600.000 US$ freuen. Aber anstatt seiner Frau mittzuteilen, dass er gewonnen hat, sagt er lieber nichts. Er will das Geld für sich behalten. Als sie es herausfindet, lässt er sie sitzen und verschwindet über Nacht. Das lässt sie sich natürlich nicht gefallen und der Klagemarathon beginnt.

Ehemann betrügt Frau um den Lottogewinn

Merkwürdiges Verhalten gibt den Anstoß

Das Geld Menschen verändert, ist nicht neu. In der Geschichte des Lottos lassen sich viele kuriose Geschichten finden, in denen Menschen sich nach dem Lottogewinn verändern, sich merkwürdig verhalten oder gar komplett abheben. Deswegen empfehlen wir ja auch immer unsere goldenen Regeln. Als merkwürdig lässt sich auch der folgenden Fall bezeichnen: Donna Campbell und Arnim Ramdass sind ein glückliches Paar. Er arbeitet als Luftfahrtmechaniker, sie ist Hausfrau und beide leben in einem kleinen Haus in einem typisch amerikanischen Vorort. Eines Tages im Jahre 2007 fällt ihr auf, dass er öfter mal nicht per Handy zu erreichen ist, auch über längere Zeit. Sie vermutet, dass ihr Ehemann vielleicht eine Affäre haben könnte. An einem anderen Tag fällt dann zuhause ganz plötzlich und für längere Zeit auch mal das Telefon aus. Ihr Ehemann wiegelt ab, technische Schwierigkeiten, da könne man nichts machen. Ihr fällt auf, dass ihr Mann sich komisch verhält, anders als sonst. Am nächsten Tag ist es das Fernsehen, das nicht geht, auch das Internet spinnt tagelang. Und irgendwann kommt eine Postkarte ins Haus, die zum Kauf des neuen Hauses gratuliert. Donna Campbell scheint das alles immer merkwürdiger und sie kommt auf die Idee, ihren Ehemann am Computer einer Freundin mal zu googlen – mit erstaunlichem Ergebnis. 

600.000 US$ in der Tippgemeinschaft

Als sie den Namen ihres Mannes sofort bei Google findet, mag sie ihren Augen kaum trauen. Ihr Mann hat, gemeinsam mit seiner Tippgemeinschaft aus Arbeitskollegen, rund 19 Millionen US$ in der staatlichen Lotterie in Florida gewonnen und kann davon rund 600.000 US$ als Eigenanteil für sich behalten. Natürlich konfrontiert sie ihn gleich damit, als er wieder nach Hause kommt. Aber er bestreitet alles. Das Ticket habe er für seine Tochter aus erster Ehe gekauft, er selbst habe nichts von dem Gewinn gesehen, es gebe also auch nichts zu besprechen. Kurze Zeit später ist er verschwunden. Die Stereoanlage und den Fernseher hat er mitgenommen, seine Frau und die restlichen Möbel bleiben im gemeinsamen Haus zurück. Donna Campbell versteht die Welt nicht mehr, ihr Leben droht zu zerbrechen. Wie konnte sie sich nur so in ihrem Mann täuschen? Es stellt sich heraus, dass ihr Mann durch die „technischen Schwierigkeiten“ versucht hat, ihr die Information über den Gewinn zu verheimlichen. Nachdem sie sich wieder etwas gefangen hat, wendet sie sich an einen Anwalt und verklagt ihren Mann auf die Hälfte des Gewinns. Nur ist dieser nirgendwo mehr zu finden.

Ehemann ist spurlos verschwunden

Auch die Behörden können ihr nicht helfen, ihr Ehemann ist wie von der Bildfläche verschwunden und einfach nicht aufzufinden. In der Zwischenzeit zieht Donna Campbell weiter vor Gericht. Ihr erster Versuch, einen Teil des Geldes einzuklagen, scheitert zunächst. Denn sie muss zunächst mal nachweisen, dass sie rechtlich gesehen einen Anspruch auf das Geld hat. Das ist aufgrund der Gesetzgebung in Florida generell nicht so einfach. Auch ist die Tatsache sehr hinderlich, dass ihr Mann behauptet, er habe den Schein für seine Tochter gekauft. Seine Tochter, als seine Komplizin, bestätigt dies natürlich. Donna Campbell kann sich deswegen auch nicht einfach so von ihrem Mann - in dessen Abwesenheit - trennen, denn dann verliert sie ihren Teilanspruch auf das Geld komplett. Ihr bleibt nur die Option, ein weiteres Mal vor Gericht zu ziehen, diesmal vor ein Scheidungsgericht. In der Zwischenzeit hat es das Schicksal weiterhin nicht gut mit ihr gemeint: Sie verliert ihr Haus, weil sie die Hypothek nicht mehr abbezahlen kann. Sie ist am Boden zerstört.

Es droht der völlige Ruin

Es scheint so, als würde der Fall für Donna Campbell nicht gut ausgehen können. Als Hausfrau hat sie keine Ersparnisse mehr, die Anwaltskosten haben alles verschlungen und die Hypothek ist auch wieder fällig. Als sie nicht bezahlen kann, drohen im Jahre 2008 dann der Zwangsverkauf des Hauses und damit auch die Zwangsräumung. Donna Campbell wird aus ihrem Haus vertrieben. Sie beschließt, alle Gegenstände zurück zu lassen, da sie keine Möglichkeit hat, irgendetwas mitzunehmen. Ihr Leben droht völlig aus den Bahnen zu geraten. Als dann ein Fernsehsender auf ihren Fall aufmerksam wird und darüber berichtet, wie sie in kürzester Zeit alles verloren hat, bekommt der Fall neuen Wind. Ein Umzugsunternehmen hilft ihr großzügig dabei, ihren Auszug zu organisieren und ihre Möbel einzulagern. Donna kann im Anschluss bei ihrer Schwester unterkommen, die Familie rückt zusammen. Ihr Anwalt arbeitet weiterhin für sie, natürlich umsonst. Und auch im Streitfall vor Gericht kommen neue Fakten ans Tageslicht. 

Der Ehemann taucht plötzlich wieder auf

Es geschieht das Unerwartete: Der Ehemann taucht plötzlich wieder auf und wird natürlich gleich vor Gericht bestellt. Vor dem Richter wird dann nach und nach deutlich, dass der Ehemann, zusammen mit seiner Tochter aus erster Ehe, wirklich versucht hat bzw. immer noch versucht, den Gewinn zu verschleiern. Er hat sich für immer aus dem Staub machen wollen, das steht für Donna Campbell fest. Durch den Transfer des Gewinns auf das Konto der Tochter sollte es so dargestellt werden, dass der Ehemann nie etwas vom Gewinn gesehen hat und damit auch nichts abgeben kann. Er selbst stellt sich als unwissend dar. Warum er dann nach ein paar Jahren glücklicher Ehe einfach verschwunden ist, darauf gibt es keine Antwort. Und die ganze Sache sieht immer mehr und mehr nach einem durchdachten Betrug aus. Es konnte nämlich auch gezeigt werden, dass die Tochter das Geld gleich wieder zurück überwiesen hat.

Die Mühlen der Justiz arbeiten bekanntlich langsam

Dieser Satz ist leider sehr war. Jeder, der das einmal erlebt hat, weiß das genau. Denn obwohl der Fall klar scheint, muss es handfeste Beweise geben, damit Donna Campbell einen Anspruch auf den Gewinn hat. Beweisbar ist der Betrug in dieser Form aber noch nicht so einfach, im Fall muss abgeklärt werden, ob Donna Campbell als Ehefrau einen grundsätzlichen Anspruch hat und auch, dass das Geld nur zum Schein an die Tochter überwiesen wurde. Und wenn sie diesen Beweis vor Gericht bringen kann, muss geklärt werden, auf welchen Teil des Vermögens sie einen Anspruch hat. Der Fall zieht sich so weiter vor Gericht hin, beide Seiten reden schon lange nicht mehr miteinander und versuchen nur noch, das Meiste für sich herauszuholen. Und das Skurrilste: Sie müssen weiterhin verheiratet bleiben, solange der Fall vor Gericht verhandelt wird. Sonst sind alle Ansprüche weg. Laut Medienberichten läuft der Prozess wieder seit Juni 2013, ob es Gerechtigkeit geben wird, ist noch unklar. Fest steht, dass für Donna Campbell der Fall lebenslang ein einschneidendes Erlebnis bleiben wird. Wir hoffen, dass sich am Ende alles zum Guten wendet.  

Mirco

Exklusive Produkte und Luxusgegenstände haben mich schon immer fasziniert. Wohl auch deshalb bin ich selbst begeisterter Lottospieler und werfe als Blogger in meinen Artikeln einen Blick hinter die Kulissen der Millionenjackpots und Lottogewinner.

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